WASIC: Was ist denn damit gemeint?

An Trainingsangeboten fehlt es heutigen Torwartspielertrainern nicht, denn es gibt unzählige Trainingshilfen in Form von Büchern, CDs, im Internet oder in Torspielertrainer-Seminaren. Auch der DFB und die meisten seiner Landesverbände bieten Seminare an, in denen sich Torspielertrainer ausbilden oder fortbilden lassen können. Seit geraumer Zeit gibt es bereits die Torspielertrainer-A-Lizenz. Es wird eine Frage der Zeit sein, bis auch Torspielertrainer zumindest im Profifußball eine Lizenz nachweisen müssen, um höherklassig trainieren zu dürfen. Jörg Daniel, langjähriger DFB-Ausbilder, macht den Hintergrund dieser qualifizierten Abschlüsse deutlich: „Hintergrund ist, dass der DFB eine entsprechende Qualifizierung, ähnlich wie bei Mannschaftstrainern, irgendwann einmal fordern wird.“ So werden die Torspielertrainer auf neue Anforderungen des Torwartspiels vorbereitet.
Wie das Torwartspiel selbst hat sich auch die Lehre zum Torwartspiel verändert. Dieser Veränderung will der DFB in seinen Angeboten und Lehrgängen gerecht werden. Ein neuer Begriff, der seit einiger Zeit im Vokabular des DFB kursiert und für einen neuen Weg stehen soll, ist ein Wort mit fünf Buchstaben: WASIC. 

Ein Expertenteam, bestehend aus DFB-Torwart-Koordinator Marc Ziegler, DFB-Ausbildungsleiter Jörg Daniel, DFB-Torwarttrainerin Silke Rottenberg, Christian Lasch (Torwart-Koordinator im NLZ von Fortuna Düsseldorf) sowie die Torwarttrainer der U-Nationalmannschaften haben sich Gedanken darüber gemacht, wie modernes Torwarttraining aufgebaut sein soll. Hinter den fünf Buchstaben verstecken sich die Elemente, die das neue Trainingskonzept nach Meinung dieses Teams beinhalten soll. Je nach Altersklasse werden die verschiedenen Komponenten in ihrem zeitlichen Umfang anders gewichtet.

W-A-S-I-C: Warm-Up

Jedes Training beginnt mit einem Warm-up. Je nach räumlichen Möglichkeiten und Angeboten kann vor dem Training auf dem Platz eine Aktivierung im Kraftraum mit Stabilisation erfolgen. Auf dem Platz kann das Training mit dem Lauf-ABC oder motivierenden Spielformen beginnen. Sinnvoll ist es, wenn die Aufwärmung bereits Elemente enthält, die im folgenden Trainingsschwerpunkt gefordert sind.





W-A-S-I-C: Analytischer Teil

Diese Komponente ist besonders wichtig für den Grundlagenbereich. Der Trainer achtet darauf, dass die Abläufe sauber durchgeführt werden. Dazu werden die Bewegungsabläufe isoliert, d.h. ohne komplexe Aufgabenstellung durchgeführt.

Im analytischen Teil wird zudem gesondert darauf geachtet, dass es einen sogenannten Analytischen Teil 1 und einen Teil 2 gibt.

Erkenntnisse aus der Analyse (Spiel, Stärken-/Schwächen-Profil); TW-Techniken, die für eine spezielle Spielsituation ausschlaggebend sind Basisszenen als Trainingsgrundlage (Video-Feedback). Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt vermehrt auf der Stabilisation der technischen Abläufe unter erschwerten Bedingungen.


W-A-S-I-C: Situativer Teil

Mit zunehmendem Alter und Können der Torhüter werden nun ab individueller Eignung sowie Entwicklung des Torspielers Aktionen wettkampfnah in der Torwartgruppe erprobt. Die Trainingsübungen ähneln Spielsituationen. In spielnahen Situationen lernen die Torhüter, in der jeweiligen Entscheidungen zu treffen, wie sie im Spiel auch verlangt werden.




W-A-S-I-C: Integrativer Teil

Spätestens ab der U17 wird der Torspieler zunehmend ins Mannschaftstraining integriert. In verschiedenen Spielformen, die vom Kleinfeldspiel bis zum Elf-gegen-Elf reichen, trainiert er noch näher an der Wirklichkeit im Wettkampf. Der Torspielertrainer übernimmt mehr und mehr die Aufgabe, den Torspieler im Verbund mit seinen Vorderleuten zu coachen. Hier findet auch der Ansatz "die Mannschaft trainiert den Torspieler" Anwendung.



W-A-S-I-C: Cool-Down

Das Training wird mit regenerierenden Elementen wie z.B. dem Auslaufen, dem Stretching oder Übungen auf der Blackroll abgeschlossen.



Quelle: Goalguard.de